Adidas verkauft Reebok

Adidas hat ein teures Missverständnis beendet und Reebok für bis zu 2,1 Milliarden Euro an die New Yorker Beteiligungsfirma Authentic Brands Group verkauft.

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Mit großen Hoffnungen kaufte Adidas den damailigen Konkurrenten, doch schon bald gab es Zweifel an der Sinnhaftigkeit. 

MyBusiness Mentor gibt Dir alle Hintergründe zum Deal und warum die Hoffnungen der Herzogenauracher gescheitert sind. Aktuelle News und Zahlen zur Wirtschaft, damit Du auf dem neuesten Stand bist.

Adidas kommt ins Träumen

2006 übernahm Adidas den kleineren Konkurrenten Reebok. Ziel aller Träume war es, den Abstand zum US-Weltmarktführer Nike deutlich zu verkleinern und wieder festen Fuß auf dem weltweit größten Sportartikelmarkt zu fassen. Mehr als 3,2 Milliarden Euro war der Deal schwer und die Erwartungen riesig. Der damalige Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer sprach von einem großen Meilenstein in der Geschichte der 3-Streifen Firma Um sich die Größenverhälsnisse vor Augen zu führen: die damalige Nummer 2 schluckte die Nummer 3 unter den Sportartikelherstellern.

Doch recht schnell kehrte Ernüchterung ein. Die US-amerikanische Neuerwerbung in den Gesamtkonzern einzugliedern brauchte außerordentliche Probleme mit sich. Bis heute konnte Reebok nie den Beitrag zum Konzerngewinn beisteuern, wie es sich die Macher bei Adidas vorgestellt hatten. So ganz überraschend kam das nicht. Bereits beim Kauf 2006 war klar, dass Reebok saniert werden musste. Was Umsatz und Profitabilität anging, konnte Reebok jedoch nicht das Wachstum der großen Schwester Adidas halten. Im Gegenteil, denn das 1958 in Großbritannien gegründete Unternehmen verlor Marktanteile und galt nicht mehr als angesagt.

Aus diesem Grund war die Erleichterung im fränkischen Herzogenaurach groß, als man am Donnerstag den Verkauf von Reebok verkündenden konnte.

Wie kam es zum Deal?

Nicht nur die Zahlen stimmten nicht, es gab auch viele atmosphärische Störungen innerhalb des Konzerns. So gab es von Reebok immer wieder Vorwürfe, das Adidas nur an der Entwicklung der eigenen Marke interessiert sei und sich zu wenig um die Zweitmarke kümmere. Schon vor einigen Jahren hatte sich Adidas von kleineren Marken wie Rockport, CCM Hockey und Greg Norman getrennt, die bei der Übernahme von Reebok den Besitz wechselten.

Immer wieder gab es in den letzten Jahren Gerüchte über einen Verkauf von Reebok, ohne ein wirkliches Dementi von den Herzogenaurachern. Im Februar 2021 verkündete dann Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted, die US-Tochter verkaufen zu wollen. Ab nun gelte die Devise: „Drei Streifen, sonst nichts“.

In den vergangenen Monaten gab es mehrere Interessenten, doch erst die New Yorker Beteiligungsfirma Authentic Brands Group (AGB) bekam jetzt den Zuschlag.

Der Kurs der Adidas-Aktie nach Verkündung des Verkaufs

Zahlen zum Verkauf

Beide Unternehmen konnte eine Vereinbarung über den Verkauf von Reebok für einen Preis von insgesamt 2,1 Milliarden Euro treffen. Ein Großteil des Kaufpreises werde bei Vollzug der Transaktion in bar gezahlt, teilte Adidas in einer Pressemitteilung mit.

Der endgültige Abschluß der Transaktion wird für das erste Quartal 2022 erwartet. Adidas plant, den Großteil des Erlöses direkt an die Aktionäre auszuschütten.

Nach Bekanntgabe der Transaktion zog der Kurs des DAX-Unternehmens deutlich an. Der vermeintliche Klotz am Bein ist damit weg und Adidas kann sich wieder auf sich selbst konzentrieren. Wie der deutsche Sportartikelhersteller mitteilte, hat der Verkauf keine Auswirkungen auf den Finanzausblick für das laufende Jahr oder die Finanzziele für 2025.

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