Flugtaxi-Firma Lilium geht an die Börse

Deutsche Start-Ups die sich international aufstellen sind selten. Das Flugtaxi-Startup Lilium möchte abheben und hat vor dem geplanten Börsengang nun einen möglichen Großauftrag an Land gezogen.

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Das Unternehmen aus der Nähe von München steht dabei vor großen Herausforderungen. Die technische Realisierung ist schweirig und für die Entwicklung ist viel Geld vonnöten.

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Flugtaxi-Start-up Lilium

Das Flugtaxi-Startup auf Weßling hat kurz vor dem geplanten Börsengang in den USA einen möglichen Großauftrag in Aussicht gestellt. Das Unternehmen verhandelt derzeit mit der brasilianischen Fluggesellschaft Azul über den Verkauf von 220 Maschinen mit einem Gesamtwert von über einer Milliarde US-Dollar. Nachdem vor wenigen Tagen von beiden Seiten eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde, soll der Deal bis zum Ende des Jahres unter Dach und Fach gebracht werden.

Lilium ist im weltweiten Wettbewerben mit anderen Flugtaxifirmen wie etwa Volocopter aus Deutschland oder Joby Aviation aus den USA. Zuletzt sind auch Pläne von Airbus durchgesickert, in diesen Markt der Zukunft einzusteigen. Da die Entwicklung der elektrisch betriebenen Senkrechtstarter sehr teuer ist, brauchen die Unternehmen ständig frische finanzielle Mittel.

Lilium hat sich dazu entschlossen, noch 2021 an die Börse zu gehen um an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq notiert zu sein. Zuletzt war es ruhig um die Firma geworden und wohl deshalb möchte das Management von Lilium mit dem geplanten Großauftrag für gute Stimmung sorgen.

In der offiziellen Mitteilung werden neben dem Auftrag aus Brasilien bereits bestehende Pläne von Netzwerken in Europa und den USA genannt. Bereits ab 2025 möchte Lilium kommerzielle Flüge in mehreren Regionen starten und Passagiere mit seinem Siebensitzer befördern.

Branchenkenner sind ob des Erfolgs des Unternehmens jedoch skeptisch. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern will das Startup auf kleine, kippbare Rotoren in den Flügeln setzen die größere Distanzen ermöglichen. Kritiker haben Zweifel, ob sich das Konzept technisch umsetzen lässt.

Zweifel an Lilium

Desweiteren wird kritisiert, dass rund um Lilium zwar viel angekündigt wurde, aber noch wenig Vorzeigbares heraus kam. Bisher ist wenig bekannt über den Jet. Laut Unternehmensangaben ist mittlerweile ein zweiter Demonstrations-Jet abgehoben, nachdem der erste vor längerer Zeit bei Wartungsarbeiten abgebrannt ist.

Der US-amerikanische Wettbewerber Joby Aviation hat nach eigenen Angaben bereits über 1.000 Testflüge absolviert. Airbus startete Ende Juli mit seinem CityAirbus in Manching bei München zu einem öffentlichen Probeflug. Dank der großen Ressourcen konnte Airbus die Entwicklung schnell voran treiben. Laut Wolfgang Schoder, Deutschlandchef von Airbus Helicopters, besitzt man den einzigen Senkrechtstarter der voll elektrisch in Originalgröße fliegt.

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Doch auch er gibt zu, dass noch einige Jahre ins Land gehen werden, bis solche Flugtaxis in unseren Alltag einziehen werden. Start-Ups stehen damit vor einer großen Herausforderung. Während die Entwicklung noch Jahre dauern wird, müssen sie gleichzeitig bei Investoren um Geduld und vor allem Geld bitten.

In einer Präsentation vor möglichen Investoren plant Lilium für 2026 mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Dollar und für 2027 mit 5,8 Milliarden Dollar. Dabei werden durchaus ambitionierte Ziele verfolgt. Pro Senkrechtstarter wird mit einem jährlichen Umsatz von fünf Millionen Dollar geplant. Täglich sollen es 25 Flüge, zehn Flugstunden mit einer Auslastung von 4,5 Passagieren pro Flug sein.

Wer steckt hinter dem Großauftrag?

Das Thema Flugtaxi spielt in den Plänen von etablierten Airlines und Mobilitätsanbietern jedoch eine immer größere Rolle. So gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Uber und Hyundai, die bereits weit fortgeschritten ist.

Die brasilianische Fluggesellschaft Azul hat einen guten Namen am Markt. Dahinter steckt der brasillianisch-amerikansiche Geschäftsmann David G. Neelemann. In der Vergangenheit hat er bereits mehrere erfolgreiche Airlines an den Start gebracht

Eine Zusammenarbeit mit Azul stellt für Lilium einen großen Schritt in die Marktfähigkeit dar. Neeleman ist ein seriöser Geschäftspartner, der nicht leichtfertig eine Zusammenarbeit eingehen wird. Sicher, das Risiko für ihn ist überschaubar, denn wie in der Branche üblich wird erst gezahlt, wenn die Senkrechtstarter geliefert werden. In einer Presse-Mitteilung von Azul wird Neeleman zitiert:  „Wir wissen, wie man neue Märkte schafft und ausbaut, und wir sehen erneut große Marktchancen im Aufbau eines Regionaltransportnetzwerks mit dem Lilium-Jet in Brasilien.“

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